
47 Österreicher kämpfen bei den größten WorldSkills aller Zeiten um Edelmetall
Österreichs Nationalteam für die Berufsweltmeisterschaften 2026 steht fest. Beim ersten Teamseminar in Linz wurde das Team Austria offiziell vorgestellt: 47 junge Fachkräfte aus allen Bundesländern werden Österreich bei WorldSkills in Shanghai vertreten. In 41 Berufen – davon 35 Einzel- und sechs Teamdisziplinen – tritt Österreichbei der größten Berufsweltmeisterschaft der Geschichte an.
LINZ/SHANGHAI. Es werden die größten WorldSkills aller Zeiten: Mit einer halben Million Quadratmeter Wettbewerbsfläche wird die Berufsweltmeisterschaft in Shanghai alle bislang geltenden Rekorde brechen. Über 1.500 Teilnehmende aus aller Welt werden sich im National Exhibition andConvention Center (NECC), einem bedeutsamen Wahrzeichen der Millionenmetropole, um den Weltmeistertitel matchen. Am Start sind nur die Besten der Besten. Wer das aus Österreich ist, steht seit heute fest: Im Zuge des ersten Teamseminars in Linz wurde das Nationalteam der Berufe offiziell präsentiert. 47 junge Fachkräfte aus allen neun Bundesländern werden Österreich bei den WorldSkills2026 in Shanghai vertreten. In 41 Berufen – davon 35 Einzel- und sechs Teamdisziplinen – tritt Österreich bei der größten Berufsweltmeisterschaft der Geschichte an.
Teilnehmer aus allen Bundesländern
Die Steiermark stellt mit zwölf Teilnehmenden das größte Kontingent im Team Austria 2026. Aus Niederösterreichgreifen zehn Medaillenhoffnungen um Edelmetall. Oberösterreich, Vorarlberg und Wien gehen mit jeweils acht Startern ins Rennen. Aus Kärnten kommen drei Teilnehmende, Salzburg ist mit zwei Teilnehmenden vertreten, Tirol und Burgenland mit je einem.
„Im Team Austria stehen junge Fachkräfte aus ganz Österreich – aus allen Bundesländern. Sie kommen aus unterschiedlichen Berufen und Ausbildungswegen, doch sie verbindet eines: die Leidenschaft für das, was sie tun. Diese Leidenschaft ist es, die sie bis hierher gebracht hat – und die sie weitertragen wird. Denn Shanghai ist die größte Bühne, die WorldSkills je hatten. Dort braucht es nicht nur Können, sondern auch Ausdauer und innere Überzeugung. Genau das bringt jeder Einzeln ein diesem Nationalteam mit“, erklärt SkillsAustria-Präsident Josef Herk.
Startschuss mit Teamseminar
In Linz selbst stehen neben den organisatorischen Abläufen auch erste inhaltliche Schwerpunkte auf dem Programm: Erwartungshaltungen, internationale Wettbewerbsbedingungen und der strukturierte Weg bis Shanghai. In den kommenden Monaten folgen mehrere Trainings-und Vorbereitungsmodule, ergänzt durch individuelles Fachtraining in den jeweiligen Berufen. Oft weit über tausend Trainingsstunden werden parallel zum beruflichen Alltag investiert.
Gastgeber Leo Jindrak, Vizepräsident der WKO Oberösterreich, erklärt: „Es ist kein Zufall, dass wir traditionell in Oberösterreich in die WorldSkills-Reise starten. Oberösterreich steht für industrielle Stärke, für Handwerk auf hohem Niveau und für eine Berufsbildung, die Leistung ernst nimmt. Die österreichischen Fachkräfte zählen seit Jahren zu den Besten Europas. Sie tragen die hohe Qualität der heimischen Berufsbildung mit viel Leidenschaft und Engagement in die Welt hinaus. Ich bin überzeugt, dass dieses Nationalteam auch auf der größten internationalen Bühne seine Spitzenklasse unter Beweis stellen wird. Dafür sorgen wir mit unserer Unterstützung und einer entsprechend akribischen Vorbereitung auf den Wettbewerb.“
Während des Teamseminars sorgen unter anderem der sechsfache „Race Across Ameria“-Sieger Christoph Strasser, Ski Alpin-Doppelolympiasiegerin Michaela Dorfmeister und Beachvolleyball-Europameister Nik Berger für Impulse.
SkillsAustria-Geschäftsführer Jürgen Kraft betont: „Mit dem ersten Teamseminar beginnt für diese jungen Fachkräfte eine gemeinsame Reise. Eine Reise, die in den Betrieben und Schulen begonnen hat – und die sie bis nach Shanghai führen wird. Ab jetzt geht es darum, sich Schritt für Schritt vorzubereiten, als Team zusammenzuwachsen und den Fokus zu schärfen. Die größte WorldSkills-Bühne wartet. Der Weg dorthin hat jetzt begonnen.“
Größtes Team aus der Steiermark
Aus der Steiermark kommen insgesamt zwölf Starterinnen und Starter, die Österreich bei den WorldSkills2026 in Shanghai vertreten. Im Teamberuf Autonomous Mobile Robotics treten Konstantin Hauser aus Seiersberg-Pirka und Marwin Kremser aus Graz an, beide sind bei der KNAPP AG tätig. Jennifer Lueger aus St. Jakob im Walde geht als Bäckerin für die Bäckerei Arbesleitner an den Start. Im Grafik-Designvertritt Paul Bürki aus Fürstenfeld die heimische Flagge. Er besucht die HTBLVA Graz Ortweinschule. Julia Kaufmann aus Hart bei Graz startet im Beruf Mode-Technologie und besucht die Modeschule Graz.
Im Beruf Retail Sales (Verkauf) tritt Anna Tritscher aus Schladming – beschäftigt bei Sport Tritscher – an. Im Teamberuf Robot Systems Integration gehen Kristijan Hrdžić aus Graz (tätig bei Magna Steyr) sowie Gabriel Aldrian aus Eibiswald (von der Knapp AG) auf Medaillenjagd. Paul Zadravec aus Leitring geht im Beruf Speditionslogistik für Kühne + Nagel GmbH an den Start. Jonas Leitner aus Hönigsberg, beschäftigt bei der Strabag AG (in Wien), vertritt die Steiermark im Beruf Stuckateur und Trockenbau. Komplettiert wird das steirische Aufgebot von den beiden Mechatronikern David Seidl aus Mariahof und Paul Wohlesser aus Neumarkt – beide arbeiten bei Flextronics International GmbH in Althofen, Kärnten.
Zehn Niederösterreicher am Start
Aus Niederösterreich gehen zehn Starterinnen und Starter für Österreich bei den WorldSkills 2026 in Shanghai an den Start. Das Bundesland ist dabei breit aufgestellt – vom klassischen Handwerk bis zu Hightech-Berufen. Bei den Bautischlern vertritt Paul Meisterhofer aus Lanzenkirchen die niederösterreichischen Farben. Er ist bei F/List GmbH tätig. Im Betonbau stellt Niederösterreich gleich ein starkes Duo: Julian Gintner und Michael Pomassl, beide aus Vitis, treten für die Leyrer + Graf Baugesellschaft an und knüpfen damit an die lange Wettbewerbstradition des Bundeslands an. Technisch-digital ist Niederösterreichebenfalls in China präsent: Im Teamberuf „Digitale Produktionstechnik“(Industrie 4.0) starten Raphael Beutel aus Unterrohrbach und Teamkollege Oliver Pape aus Wien – beide von der ÖBB Infrastruktur AG (in Wien). Christoph Schöndorfer aus Mödling geht im Beruf Elektronik an den Start und besucht die HTL Mödling.
Mit Christian Hiesberger aus Kilb will Niederösterreich in der Kfz-Technik auf die Überholspur, er ist bei Porsche Inter Auto St. Pölten tätig. Marcel Riener aus Reingerstritt im Beruf Sanitär- und Heizungstechnik an – er arbeitet im Raiffeisen-Lagerhaus Gmünd-Vitis. Ebenfalls für Niederösterreich am WM-Start: Konditorin Valentina Otzelberger aus Leopoldsdorf (Oberlaa Süßwarenproduktion in Wien). In Niederösterreich bei List General Contractor (Bad Erlach) beschäftigt ist Möbeltischler Elias STEPHAN aus Bad Sauerbrunn, Burgenland. Der HTL Mödling-Schüler Jonas Baltuska (aus Wien) kämpft in Optoelektronik um Gold.
Vorarlberg mit acht Medaillenchancen
Aus Vorarlberg gehen acht Teilnehmende für Rot-Weiß-Rot bei den WorldSkills 2026 in Shanghai an den Start. Im Bereich Anlagenelektrik tritt Janick Gehrer aus Hard an. Deniz Mutun aus Lustenau startet im CNC-Fräsen, Sandro Flatz aus Fußach im Maschinenbau CAD und Keanu Frick aus Lauterach in der Maschinenbautechnik. Das Quartett ist bei Julius Blum beschäftigt. In der Chemielabortechnik vertritt René Bitschnau aus Frastanz als Absolvent der HTL Dornbirn Österreich. Europameisterin Elena Mathis aus Hohenems(Hotel GAMS zu zweit) will’s in der Hotel Rezeption nochmal wissen. Komplettiert wird das Vorarlberger Team von Simon Österle aus Krumbach von der Ludwig Steurer Maschinen- und Seilbahnbau GmbH, der im Beruf Schweißen für antritt. Um Gold kämpft auch Luca Ladler: Der Fußacher von „Hagen Hannes Präzision.Farbe“ will die Erfolgsserie der heimischen Maler fortsetzen.
Acht Fachkräfte aus der Bundeshauptstadt
Wien ist bei den WorldSkills2026 mit acht Startern vertreten und zeigt sich dabei als Standort für technische Ausbildung, Digitalisierung und spezialisierte Fachkompetenz. Im Beruf Digital Construction tritt Abdulkadir Özen aus Wien an, tätig bei ODE Informationstechnik. Im Teamberuf „Digitale Produktionstechnik“ (Industrie 4.0)gehen der Wiener Oliver Pape und Raphael Beutel aus Niederösterreich (beide ÖBB Infrastruktur AG) an den Start.
In der IT Netzwerk-und Systemadministration geht Tarik Begeta aus Wien (Ixopay GmbH) an den Start. In der Optoelektronik kämpft Jonas Baltuska, Schüler der HTL Mödling, um Gold. Im Web Development will Felix Wollmann, Absolvent HTL Rennweg, das nächste Edelmetall für die bei World- und EuroSkills erfolgreiche Wiener Schule einfahren. Die Konditorin Valentina Otzelberger aus Leopoldsdorf, Niederösterreich, (beschäftigt bei Oberlaa Süßwarenproduktion im ersten Bezirk)und Stuckateur bzw. Trockenbauer Jonas Leitner (STRABAG AG) aus der Steiermark sind ebenfalls in Wien beschäftigt.
Acht Oberösterreicher bereit für China
Oberösterreich stellt bei den WorldSkills 2026 acht Starter und bestätigt damit seine Rolle als einer der tragenden Ausbildungs- und Industriestandorte Österreichs. Im CNC-Drehen tritt Fabian Spitzer aus Altheim an, tätig bei Faschang Werkzeugbau GmbH. Andreas Landl aus Wartberg an der Krems (beschäftigt bei Schnellnberger GmbH) vertritt Österreich bei den Fliesenlegern. Im Gartengestaltungs-Team wollen Marcel Ortner aus Lasberg (Hablesreiter Gartengestaltung GmbH) und Simon Weiß aus Sandl (Lagerhaus Freistadt) das nächste rot-weiß-rote Erfolgserlebniseinfahren.
Europameister Jonas Danninger aus Herzogsdorf will im Bereich Kälte- und Klimatechnik nochmal nach Gold greifen. Er arbeitet bei Hauser Kältetechnik GmbH. EuroSkills-Starter Hannes Sortsch aus Oberneukirchen tritt im Beruf Koch für das Restaurant Lukas Kapeller an. Im Restaurant Service will Sarah Schöftner aus Vorderweißenbach (Hotel Guglwald) eine Topleistung auf internationalem Niveau kredenzen. Komplettiert wird das Aufgebot von Hauer-Fachkraft Luca Reitböck aus Taufkirchen an der Pram, der bei den Zimmerern aufs Podium klettern will.
Kärntner Trio will aufs Podium
Aus Kärnten kommen drei Starter: Im Hochbau tritt Noah Trettenbrein aus St. Paul von BM-Haus GmbH an. Im Teamberuf Mechatronik gehen mit David Seidl (aus Mariahof, Steiermark) und Paul Wohlesser (aus Neumarkt, Steiermark) zwei Fachkräfte von Flextronics International in Althofen an den WM-Start.
Salzburger Duo kämpft umGold
Salzburg ist bei den WorldSkills 2026 mit zwei Startern vertreten: Im Beruf Floristik tritt „Das Blumenatelier“-Fachkraft Julia Gschwandtner aus Bergheim an. Bernhard Moser aus Eben im Pongau geht in der Disziplin Land- und Baumaschinentechnik auf Medaillenjagd. Er ist tätig bei Liebherr Österreich Vertriebs- und Service GmbH.
Tiroler Solist will aufgeigen
Für Tirol geht ein Starter ins Rennen: Vincent Track aus Breitenbach am Inn von der Novartis Pharmaceutical Manufacturing GmbH tritt im Beruf Verfahrens- und Prozesstechnik an.
Burgenländisches Comeback auf Weltbühne
Das Burgenland ist mit einem Starter vertreten: Elias STEPHAN aus Bad Sauerbrunn geht im Beruf Möbeltischler an den Start. Er ist bei List General Contractor GmbH (in Bad Erlach, Niederösterreich) tätig.
Ein Platz im Nationalteam der Berufe ist indes derzeit noch vakant: Im für Österreich neuen Skill Schienenfahrzeugtechnik wird der oder die Teilnehmende spätestens bis zum zweiten Teamseminar im Sommer zum Team stoßen.
Fotos (kostenfrei für redaktionelle Verwendung; Credit: SkillsAustria/Wieser)
- Einzel-Porträts aller Teilnehmenden finden Sie hier.
- Bundesländer-Porträts finden Sie hier (für die Bildbeschriftungen auf das Bild klicken).
- Weitere Fotos von nationalen und internationalen Skills-Bewerben finden Sie auf unserem Flickr-Kanal (hier) zur kostenlosen Verwendung.
Österreichische Bilanz
Österreich wurde weltweit mehrmals beste Nation (Amsterdam 1991, Lyon 1995, St. Gallen 1997, Montreal1999) oder erreichte einen Platz unter den Top drei Nationen (Birmingham 1989,Seoul 2001, St. Gallen 2003). Beste Nation auf EU-Ebene wurde Rot-Weiß-Rot drei Mal (Leipzig 2013, Sao Paulo 2015, Kazan 2019). Seit 1961 waren insgesamt 689Teilnehmer für Österreich am Start, die in 649 (Team-)Bewerben 237 Medaillen(90 x Gold, 69 x Silber, 78 x Bronze) sowie 251 „Medallions for Excellence“erkämpfen konnten. Diese werden für ausgezeichnete Leistungen nach den Medaillenrängen vergeben werden, erreichen. Bei der letzten WM in Lyon 2024schaffte Österreich den Sprung auf Rang sechs.
Insgesamt kann sich die Erfolgsbilanz der österreichischen Teams bei WorldSkills und EuroSkills sehenlassen: Die Teilnahme an den internationalen Berufswettbewerben erbrachte permanent Top-Leistungen. Seit 1962 konnten 1.028 Teilnehmer:innen in 930 Einzel- und Teamberufen bei 33 WorldSkills- bzw. neun EuroSkills-Bewerben insgesamt 396 Einzelmedaillen (159 x Gold, 126 x Silber, 111 x Bronze) sowie 311 „Medallion for Excellence“.















































